Ratgeber

Wie viel Eigenkapital brauche ich für Haus oder Wohnung?

Kurz gesagt: Als Faustregel solltest du mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln zahlen können, in NRW mit Makler oft rund 10 bis 12 % des Kaufpreises. Bringst du zusätzlich 10 bis 20 % des Kaufpreises ein, bekommst du meist bessere Konditionen. Eine Reserve für Unvorhergesehenes solltest du trotzdem behalten.

Von Erduan Tahirovic, Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i GewO · Zuletzt aktualisiert am

Warum ist Eigenkapital so wichtig?

Banken bewerten das Risiko einer Finanzierung über den Beleihungsauslauf, also das Verhältnis von Darlehen zum Wert der Immobilie. Je niedriger dieser Anteil, desto geringer das Risiko für die Bank und desto niedriger in der Regel der Zins. Eigenkapital senkt außerdem die Darlehenssumme und damit Rate und Zinskosten.

Was bedeutet das in Zahlen?

Beispielrechnung: Kaufpreis 300.000 € in NRW, Nebenkosten mit Makler ca. 36.210 €
EigenkapitalDarlehenDarlehen im Verhältnis zum Kaufpreis
0 €ca. 336.210 €ca. 112 %
36.210 € (nur Nebenkosten)300.000 €100 %
66.210 € (Nebenkosten + 10 %)270.000 €90 %
96.210 € (Nebenkosten + 20 %)240.000 €80 %
Beispiel zur Orientierung, kein Angebot. Nebenkosten: 6,5 % Grunderwerbsteuer, ca. 2 % Notar und Grundbuch, 3,57 % Maklerprovision. Banken rechnen mit ihrem eigenen Beleihungswert, der unter dem Kaufpreis liegen kann.

Was zählt alles als Eigenkapital?

  • Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten
  • Wertpapiere und Fonds, die du verkaufen kannst
  • Bausparguthaben
  • Ein Grundstück, das dir bereits gehört
  • Eigenleistungen beim Bau, wenn sie realistisch bewertet werden
  • Schenkungen oder Darlehen aus der Familie, je nach Bank und Vertrag

Gibt es Unterschiede zwischen Haus und Wohnung?

Die Faustregeln gelten für beide. Bei einer Eigentumswohnung kommen das Hausgeld und die Instandhaltungsrücklage der Gemeinschaft hinzu, bei einem Haus trägst du Reparaturen allein. Bei älteren Häusern solltest du Modernisierungskosten von Anfang an einplanen, mehr dazu auf der Seite Modernisierung finanzieren.

Was tun, wenn das Eigenkapital knapp ist?

Förderdarlehen von KfW und NRW.BANK können die Finanzierung ergänzen. Einen Überblick gibt der Ratgeber Förderprogramme im Münsterland. Ob es auch ganz ohne Eigenkapital geht, erklärt der Ratgeber Baufinanzierung ohne Eigenkapital. Welcher Kaufpreis zu deinem Budget passt, zeigt Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Wer rechnet das mit dir durch?

Creditvia rechnet deine Finanzierung mit verschiedenen Eigenkapitalanteilen durch und vergleicht Angebote aus über 700 Finanzierungspartnern, im Büro in Rheine oder per Video im Münsterland. Mehr zur Immobilienfinanzierung.

Häufige Fragen

Wie viel Eigenkapital brauche ich mindestens?

Viele Banken erwarten, dass du mindestens die Kaufnebenkosten selbst trägst. In NRW sind das mit Makler oft rund 10 bis 12 % des Kaufpreises. Je mehr du darüber hinaus einbringst, desto günstiger wird die Finanzierung in der Regel.

Was zählt als Eigenkapital?

Guthaben auf Konten, Tagesgeld, Wertpapiere, Bausparguthaben, ein bereits bezahltes Grundstück und unter Umständen Eigenleistungen beim Bau. Auch bestimmte Förderdarlehen und Familiendarlehen können Banken teilweise wie Eigenkapital behandeln.

Sollte ich mein ganzes Erspartes einsetzen?

Nein. Behalte eine Reserve für Umzug, Reparaturen und unerwartete Ausgaben. Wie hoch sie sein sollte, hängt von Immobilie und Haushalt ab.

Geht eine Baufinanzierung auch ohne Eigenkapital?

In Einzelfällen ja, bei sehr gutem und sicherem Einkommen. Die Finanzierung wird dann meist teurer und die Rate höher. Mehr dazu im Ratgeber Baufinanzierung ohne Eigenkapital.

Eigenkapital richtig einsetzen

Wir rechnen im kostenlosen Erstgespräch durch, wie viel Eigenkapital du einsetzen solltest und wie viel Reserve bleiben sollte.

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